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Höhen und Tiefen - Interview mit marvynho

marvynho | 16.03.2017 17:40 Uhr | 90 Aufrufe | 2 Kommentare

 


 

R: Trainer Marvynho wie fühlt es sich an nach 2 Saisons wieder in Ihrer Heimat zu sein? 

M: Ich bin zunächst einmal unendlich dankbar, dass mir Senhor da Costa (Präsident Pinto da Costa) erneut das Vertrauen ausgesprochen hat und mir somit die Möglichkeit gab an die alten Erfolge anzuknüpfen.

 

R: Schildern Sie uns doch noch einmal kurz Ihre Erlebnisse nach dem Vorfall der zu Ihrer Entlassung geführt hatte. (10.06.2016)

M: Wir verfolgten damals große Ziele mit dem Club. Die Meisterschaft war zum Greifen nahe und wir sorgten für Überraschungen in der Champions League. Man mischte seit langem wieder bei den ganz Großen mit und genoss jede Runde. Die Euphorie war enorm.

Während des Rückspiels gegen Atletico Bilbao kam es zwischen meinem Trainerstab und dem vierten Offiziellen immer wieder zu hitzigen Diskussionen. Auch dem Spielstand geschuldet kochten die Emotionen über. Die UEFA ermittelte in den folgenden Tagen gegen uns. Die Entscheidung ist bekannt. Ich musste meinen Platz räumen und einer der schönsten Momente meiner Karriere wurde postwendend zum Alptraum. Der Traum den Herzensverein zu trainieren ist innerhalb weniger Stunden geplatzt.

 

R: Daraufhin nahmen Sie sich keine Auszeit, sondern versuchten Ihr Glück woanders?

M: Ja, das ist richtig. Ich wollte keine Sabbatjahr einlegen oder zu viel über die Geschehnisse nachdenken. Ich bin froh, dass es keine Sperre seitens der UEFA gab und ich somit die Chance einen Trainerposten in Polen zu übernehmen, wahrnehmen durfte.

R: Empfinden Sie es als Absturz. Sie wurden schließlich in dem Jahr zuvor Meister in Portugal, erreichten das Finale der Taca de Portgual und waren in der Endrunde der Champions League.

M: Ich wollte nach diesem Ereignis aus dem Rampenlicht verschwinden. Die Entscheidung ist gefallen und ich habe sie so hingenommen. Ich bin glücklich über den Verlauf meiner Karriere  danach. Man lernt aus solchen Situationen und wird demütig. Man sollte auch hieraus das Positive ziehen. Ein Schritt zurück, um dann zwei nach vorne zu machen war dabei eine Motivation für mich.

 

R: Mit Erfolg. Sie gehörten in Polen zu den Überraschungsteams und machten auf sich aufmerksam, sodass Sie die einmalige Chance hatten, um in England fußzufassen.

M: Eine unglaubliche Erfahrung in diesem Land einmal Trainer zu sein und diese Atmosphäre in den Stadien aufzusaugen. Leicester ermöglichte es mir nach einer schweren Zeit wieder in eine Eliteliga zu arbeiten.

R: Jedoch wechselten Sie nach einer Saison erneut. Was war ausschlaggebend für diese Entscheidung?

M: Der Kontakt nach Porto brach nie ab. Und es fühlte sich damals nicht so an als wäre ich dort fertig geworden. Die beiden Vereine wurden sich schnell einig und der damalige Trainer von Porto wollte gerne nach England wechseln, sodass sich ein Tausch anbot.

 

R: Sprechen wir noch kurz über die bisherige Saison. Die letzten Spiele stehen vor der Tür. International sind die bereits ausgeschieden. Was ist möglich?

M: Natürlich kommt es mir entgegen, dass sich in der abwesenden  Zeit im Verein oder am Kader kaum etwas verändert hat. Man konnte quasi nahtlos an die Arbeit von damals anknüpfen. Ich denke dadurch kann man den reibungslosen Start beschreiben. Jedoch habe ich nicht damit gerechnet dass wir nach 27 Spielen erst eine Meisterschaftsniederlage haben. Aber es bleibt spannend. Wir möchten nächste Saison wieder in die Königsklasse und diese Saison noch mindestens einen Titel mitnehmen.

 

R: Die Chancen stehen gut. Sie sind noch auf 3 Hochzeiten vertreten.

M: Wir hatten teilweise Glück in den nationalen Pokalen. International war das Ausscheiden bitter, aber somit können wir Kräfte für den heimischen Betrieb sparen. Natürlich möchte man die beiden Finale gewinnen, wenn man bereits im Endspiel steht, aber wir zollen den Finalgegnern großen Respekt. In den letzten Jahren haben sich große Trainer in Portugal niedergelassen und die Konkurrenz bleibt extrem gefährlich. Hervorragende Arbeit wird mit kleinen Vereinen geleistet.

 

R: Zum Abschluss noch eine Frage zu Ihrer Zukunft. Wie sind Ihre Pläne für nächsten Saisons?

M: Ehrlich gesagt gibt es keinen Grund über einen Wechsel nachzudenken. Ich möchte den Club, aber auch das Land, würdig vertreten und Erfolge feiern. Es wäre schön, wenn wir mit dem noch jungen Kader etwas aufbauen und auch die nächsten Jahre auf einem guten Niveau kicken.

 


R: Unsere Redaktion wünscht Ihnen für den Endspurt weiterhin Glück und bedankt sich für das Interview.

Kommentare (2)
Mr.Soki 16.03.2017 20:58 Uhr
Ein Interessanter Bericht von dir Marvynho, vorallem was so passiert war und wie du damit umgegangen bist. Hast es super hinbekommen und dir verdient bei deinem Herzensclub zu sein :). Viel Glück mit Porto weiterhin.
Monty 17.03.2017 19:45 Uhr
Klasse Arbeit da in Porto! <br />
Auch von Rückschlägen lässt man sich nicht unter kriegen, ganz großen Respekt an die Jungs und den Trainer 
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