Spielinformation

26. Spieltag
📋Spielverlauf
21'
0:1
Benedikt Pichler
Holstein Kiel
21'
0:1
Benedikt Pichler
Holstein Kiel
31'
0:2
Finn Porath
Holstein Kiel
31'
0:2
Finn Porath
Holstein Kiel
33'
1:2
Christian Viet
Jahn Regensburg
33'
1:2
Christian Viet
Jahn Regensburg
47'
2:2
Christian Kühlwetter
Jahn Regensburg
47'
2:2
Christian Kühlwetter
Jahn Regensburg
52'
3:2
Christian Kühlwetter
Jahn Regensburg
52'
3:2
Christian Kühlwetter
Jahn Regensburg
59'
4:2
Christian Viet
Jahn Regensburg
59'
4:2
Christian Viet
Jahn Regensburg
85'
5:2
Christian Kühlwetter
Jahn Regensburg
85'
5:2
Christian Kühlwetter
Jahn Regensburg
90'
6:2
Christian Kühlwetter
Jahn Regensburg
90'
6:2
Christian Kühlwetter
Jahn Regensburg
📰Spielberichte & Kommentare
23.11.2024 22:48 Uhr
Nach sechs sieglosen Spielen am Stück (fünf Niederlagen, ein Remis) schien der freie Fall Holstein Kiels zuletzt eindeutig gestoppt worden zu sein. Nach sechs Siegen in Folge bei nur drei Gegentreffern reisten die Kieler Störche mit Selbstvertrauen nach Regensburg - wohl wissend, dass dort eine schwere Aufgabe warten würde.

Entsprechend eng gestaltete sich die Partie lange Zeit. Am Ende setzt es für die Gäste eine äußerst empfindliche Niederlage. Danach hatte es zunächst gar nicht ausgesehen:



Beide Mannschaften sind in ihren Spielen um Ballbesitz und Passsicherheit bemüht. Die Hausherren konnten dem Ganzen heute in dieser Hinsicht eher ihren Stempel aufdrücken. 

Mit kontrolliertem Angriffsspiel übte Regensburg konstant Druck aus, die Abwehrkette der Gäste stand aber sehr geordnet und konnte Torabschlüsse des Gegners verhindern. 

Ihrerseits setzten die Gäste heute ungewohnterweise vor allem auf das Umschaltspiel - undzwar im ersten Durchgang sehr erfolgreich.

Nach elf Minuten hat Pichler den ersten Hochkaräter auf dem Fuß, scheitert aber aus kurzer Distanz am Schlussmann. Zehn Minuten später besorgt er dann die Führung.

Nach einer halben Stunde finalisiert Porath schließlich einen Bilderbuch-Konter und erhöht die Führung der Störche. 

Im direkten Gegenzug ist Holstein Kiel gegen den Ball erstmals nicht konsequent genug und mit dem ersten Regensburger Torabschluss stellt Viet postwendend den Anschluss her. 

In der 44. Minute kommen die Hausherren zu ihrem ersten Hochkaräter, im Duell mit Timon Weiner versucht sich der Angreifer aber an einem schwachen Lupfer und verschenkt die Gelegenheit leichtfertig. Mit 1:2 geht es in die Pause. 

Ein paar Zahlen bis hierhin: 59% - 41% Ballbesitz bei 7 sek - 10 sek Ballrückeroberungszeit, 92 - 74 Pässe bei 89% - 85% Passgenauigkeit und 2:4 Schüsse bei 0,4 zu 2,4 xGoals. 

Der Jahn mit mehr Spielanteilen, die KSV mit mehr Torgefahr. Die Führung ging meines Erachtens durchaus in Ordnung. 



Unmittelbar nach dem Seitenwechsel beginnen dann schicksalhafte Minuten für die Gäste. 

Kiel stößt an, Ivezic soll den Ball eigentlich nach hinten zum Innenverteidiger spielen (in Blickrichtung), stattdessen kommt ein merkwürdiger Passversuch aus der Drehung heraus. Die Pirouette treibt den Ball direkt in den Fuß des Gegners. Ein hoher Pass reicht, um Kühlwetter in Position zu bringen, der den Ausgleich erzielt. 

Ein vollkommen vermeidbarer Gegentreffer, der den weiteren Verlauf der Partie komplett verändern sollte.

An dieser Stelle kann ich leider nicht anders, als auch EA Sports mit ins Boot zu holen. Ich habe den Begriff des "Momentums" schon lange nicht mehr in den Mund genommen, doch hier fällt mir nichts Passenderes ein.  

Das schnelle 2:2 veränderte das gesamte Momentum der Partie und wirkte vor allem auf das Kieler Defensivverhalten massiven Einfluss aus.

Die bislang so geordnete Viererkette stürzte plötzlich in jeder Angriffssituation der Gastgeber blindlings nach vorne und lief folglich immer wieder direkt ins Messer. Jeder vertikale Pass des SSV riss nun große Lücken in die Defensive der KSV und führte zu Torgefahr. 

So dauerte es nur wenige Minuten im zweiten Durchgang, bis die Hausherren das Ergebnis gedreht und plötzlich selbst mit zwei Toren Vorsprung in Führung gelegen haben. 

Holstein Kiel tat sich derweil schwer, gelungene Entlastungsangriffe zu gestalten. Die größte Chance der Gäste nach dem Seitenwechsel hatte erneut Benedikt Pichler, dessen Abschluss in der 70. Minute nur den linken Pfosten traf. Die Chance, den Anschluss herzustellen, verpuffte und die Kieler Hoffnung schwand. 

In der Schlussphase schrauben die Regensburger das Ergebnis schließlich sogar in die Höhe. Eine nicht unwesentliche Rolle spielte der zuletzt so gut aufgelegte Timon Weiner. 

Der Schlussmann schien in der Nachspielzeit geistig ein wenig verwirrt zu sein, verließ seinen Kasten und tauchte inmitten einer Regensburger Ballbesitzphase plötzlich vor seiner Abwehrkette auf. Ein Pass auf Kühlwetter und der hat bei seinem vierten Treffer die leichteste Übung, darf den Ball ungestört ins leere Tor schießen.

Eine Erklärung für das Verhalten von Weiner habe ich nicht. Ich wasche meine Hände in Unschuld! 

Allerdings hat diese Aktion letztlich auch keine Auswirkung mehr auf den Spielausgang gehabt. Dennoch: Es war ein Kuriosum. 



Die Zahlen nach Schlusspfiff:



REGENSBURG - KIEL



Ballbesitz: 58% - 42%

Ballrückeroberungszeit: 7 s - 11 s

Schüsse: 13 - 6

Schüsse aufs Tor: 10 - 5

xGoals: 3,9 - 2,7

Pässe: 177 - 158

Passgenauigkeit: 93% - 86%

Zweikämpfe: 10 - 26

davon gewonnene: 4 - 8

Fouls: 0 - 0

Abgefangene Bälle: 14 - 11

Abseitsstellungen: 1 - 0

Ecken: 0 - 1



Nach 90 Minuten attestieren die Zahlen den Gastgebern natürlich einen verdienten Heimsieg, wenn auch um das eine oder andere Törchen zu hoch. 

Ohne dabei die Leistung meines Gegners schmälern zu wollen, halte ich diese Szene zum 2:2 für hauptursächlich für den komplett veränderten Verlauf der zweiten Halbzeit. 11:2 Schüsse nach dem Seitenwechsel sprechen da eine klare Sprache, aber Regensburg musste dafür wenig tun, der Kieler Defensivverbund hat sich plötzlich aufgelöst. 

Im ersten Durchgang war es eine auf Augenhöhe geführte Partie und auf Seiten der Gäste hatte man sich durchaus Hoffnung gemacht, den Erfolg aus dem Hinspiel wiederholen zu können. 

Nochmals: Es liegt mit fern, die fraglos überzeugende Leistung zu schmälern. Die Hausherren haben drückend gespielt und waren stets an spielerischen Lösungen interessiert. 93% Passgenauigkeit sind generell schon ein brutaler Wert, mit einem Team wie Jahn Regensburg wird die Zahl umso beeindruckender.



Dennoch hadere ich am Ende mit dem Ergebnis und eben auch mit EA Sports, denn Kiel musste zwar gegen einen spielstarken Gegner ein Stück weit von der eigenen Spielidee abrücken, hat aber nichtsdestotrotz ein gutes Auswärtsspiel gemacht. Jedenfalls bis zu jenem verhängnisvollen 2:2...



Somit endet der kurzzeitige Aufschwung der Störche abrupt.



Ich bin gespannt, was das Saisonfinale noch bereithält.



Herzlichen Glückwunsch zum Sieg und weiterhin viel Erfolg an mein Gegenüber!
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