Spielinformation

20. Spieltag
📋Spielverlauf
11'
0:1
Damion Downs
1. FC Köln
11'
0:1
Damion Downs
1. FC Köln
39'
1:1
John Tolkin
Holstein Kiel
39'
1:1
John Tolkin
Holstein Kiel
40'
1:2
Mark Uth
1. FC Köln
40'
1:2
Mark Uth
1. FC Köln
60'
Dominik Javorček
Holstein Kiel
🟨
60'
Dominik Javorček
Holstein Kiel
🟨
68'
2:2
Benedikt Pichler
Holstein Kiel
68'
2:2
Benedikt Pichler
Holstein Kiel
81'
2:3
Jan Thielmann
1. FC Köln
81'
2:3
Jan Thielmann
1. FC Köln
85'
2:4
Luca Kilian
1. FC Köln
85'
2:4
Luca Kilian
1. FC Köln
87'
3:4
Benedikt Pichler
Holstein Kiel
87'
3:4
Benedikt Pichler
Holstein Kiel
📰Spielberichte & Kommentare
31.01.2025 13:15 Uhr
Hätte dir den Sieg gegönnt! Schade 
31.01.2025 01:23 Uhr
Uth scheiterte in der 60. Minute natürlich nicht an Schwäbe, seinem eigenen Torhüter, sondern an Timon Weiner, ehe es dann zum Foulelfmeter kam.
31.01.2025 01:11 Uhr
Holstein Kiel stürzt ins Tal der Tränen. Was für ein grausamer Tag für die Störche...

In insgesamt vier Partien forderte man ausschließlich Top-Mannschaften der 2. Bundesliga: 1x Union Berlin (Kiene88), 2x Greuther Fürth (CF I Farfan I) und 1x den 1. FC Köln (CrazyPlayer87-)

Alle vier Duelle bestritten die Kieler auf Augenhöhe, in allen vier Duellen hätten sie mindestens einen Punkt holen müssen, mitunter auch mehr. Stattdessen geht der Tag mit der mageren Ausbeute von einem mageren Pünktchen und drei bitteren Niederlagen zu Ende. 



Das Kräftemessen zwischen Holstein Kiel und dem 1. FC Köln verlief anders als im Hinspiel. Die Kieler traten diesmal wesentlich konzentrierter auf, das galt in besonderem Maße für die erste Halbzeit. 

Die ständigen Einladungen an den Gegner sind diesmal unterbleiben, stattdessen nahmen die Hausherren von Beginn an die Zügel in die Hand und gestalteten das Geschehen auf dem Feld. 

Wieder einmal ein großes Thema auf Seiten der Gastgeber: die Chancenverwertung.

Sinnbildlich hierfür stand direkt die Anfangsphase der Partie. Das erste Ausrufezeichen setzen die Gastgeber. Einen ersten gefährlichen Angriff kann Köln noch zur Ecke klären. Die Hereingabe von der Eckfahne findet Kapitän Timo Becker, der überraschend viel Platz für den Abschluss hat, seinen Kopfball aber dennoch deutlich über den Kasten setzt. Da war mehr drin.

Die Szene des Spiels ereignete sich bereits nach etwa zehn Minuten. Ein Angriff der Kieler bringt Benedikt Pichler erstmals ins direkte Duell mit Schlussmann Schwäbe. Der Stürmer trifft nur den linken Pfosten. "Macht nichts", dachten sich alle Kieler, denn John Tolkin erwischt den Nachschuss und muss den Ball aus wenigen Metern nur noch im leeren Tor unterbringen. Doch der US-Amerikaner war sich seiner Sache offenbar zu sicher, er schießt den Ball ein zweites Mal an den Pfosten! Unglaublich.

Im unmittelbaren Gegenzug machen die Gäste aus Nordrhein-Westfalen dann vor, wie es mit der Effizienz geht. Gegen die aufgerückte Kieler Abwehrreihe reicht ein einziger vertikaler Pass in die Tiefe, Downs behauptet den Ball im Laufduell gegen Javorcek und bleibt dann beim Abschluss cool  - 0:1.



Die Hausherren wehren sich und wenige Minuten vor der Halbzeitpause wurden sie endlich belohnt, als Tolkin, diesmal per Kopf, Schwäbe überwinden konnte. 

Der Ausgleich war hochverdient, aber schon zeigte sich wieder dieses Kuriosum der außerordentlichen Passivität nach dem Anstoß des Gegners. Keine 60 Sekunden nach dem Ausgleich jagt Mark Uth das Leder auf der anderen Seite in die Maschen und der Karnevalsverein lag wieder vorne. 

Auf den Rängen konnten die Zuschauer in den blauen Trikots es nicht fassen. 



Ein paar Zahlen zu den ersten 45 Minuten:



60% - 40% Ballbesitz, 8 sek - 9 sek Ballrückeroberungszeit, 102 - 50 Pässe bei 89% - 82% Passgenauigkeit und 5:3 Schüsse bei 2,0 zu 1,2 xGoals



Alle Zahlen sprachen für die Hausherren, doch die Gastgeber führten. 



Nach dem Seitenwechsel veränderte sich die Partie. Das Geschehen wurde nun deutlich wilder und die KSV konnte die Kontrolle aus der ersten Halbzeit über weite Strecken der zweiten Halbzeit nicht beibehalten. Das Spiel wurde auf beiden Seiten vertikaler, was den Kölnern offensichtlich eher zugutekam. 

Leider lag auch das Spielglück nunmehr auf Seiten des Effzeh.



Dies zeigte sich beispielsweise in einer Szene nach einer absolvieren Stunde: Während eines Konters spielt Köln einen ungenauen Pass, der einen Mitspieler in der Tiefe finden sollte, stattdessen aber im Fuß von Komenda landet. Dem Innenverteidiger springt der eigentlich lasche Ball aber wieder vom Fuß weg und zurück zu Mark Uth, der den Ball optimal in vollem Lauf mitnehmen kann. Plötzlich sah sich die KSV mit einer Überzahlsituation der Kölner von zwei Angreifern gegen einen Verteidiger konfrontiert. Uth geht selbst auf den Abschluss, scheitert aber an Schwäbe. Während des Schusses setzte Javorcek allerdings noch zum Tackling an. Er kommt zu spät und erwischt Uth nach seinem Abschluss und holt ihn von den Beinen. Der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt  - Strafstoß.

Meines Erachtens war die Entscheidung korrekt. Das Foul war unstrittig und sofern das Spielgerät sich noch innerhalb des Spielfeldes befindet, ist dieses Vergehen auch ahndungswürdig.

Umso überraschter war ich, dass CrazyPlayer87- seinem Elfmeterschützen offenbar eine Geste des Fairplay abverlangt hat, denn Uth drischt den Elfer in den Kieler Nachthimmel.

Eine Geste, die in einem derart engen Spiel bei einem knappen Spielstand von 2:1 keineswegs selbstverständlich ist. Vielen Dank dafür! Nichtsdestotrotz hätte ich es für ebenso richtig gehalten, diesen korrekten Elfmeter zu verwandeln - bzw. es zumindest zu versuchen. 



Die Kieler blieben also in Schlagdistanz und schließlich brachte eine Standardsituation auf der anderen Seite den neuerlichen Ausgleich. Benedikt Pichler vollstreckt nach einem Eckball zum 2:2.

Danach zeigte sich das gleiche Problem wie nach dem 1:1. Köln bewegt sich nach dem Wiederanstoß sofort auf das Kieler Gehäuse zu und erneut waren die Spieler nicht aufzuhalten. Der Unterschied bestand diesmal darin, dass Torwart Timon Weiner den dritten Rückstand verhindern konnte. 



In den verbleibenden Minuten war es nun eine komplett offene Partie. Die Hausherren schienen etwas mehr für einen Heimsieg zu investieren, mussten aber jederzeit vor dem sofort vertikalen Spiel der Gäste auf der Hut sein. 

In der Schlussphase nimmt das Kieler Unglück schließlich seinen Lauf. Nach einem eigenen Eckball können die Kölner klären und der Ball landet bei Thielmann. Der Flügelspieler, der keine zehn Minuten zuvor eingewechselt worden war, lässt an der Mittellinie Becker und den zur selben Zeit auf den Platz gekommenen Schulz stehen und geht komplett frei aufs Tor zu. Weiner stürzt aus dem Kasten, Thielmann kann ihn aber mühelos umkurven und schiebt den Ball letzten Endes aus wenigen Metern ins leere Tor.

Dass die Mannschaften von makadad nach eigenen Eckbällen derart ins offene Messer laufen, ist zuletzt auffallend häufig vorgekommen. Mindestens mal bei so engen Spielständen wie dem heutigen muss da die Absicherung einfach besser sein. Andererseits ist das Zweikampfverhalten der Kieler an der Mittellinie gegen Thielmann trotz personeller Überzahl auch eine absolute Frechheit. Da muss man sich an die eigene Nase fassen!



Kurz darauf schlägt auch der Tabellenführer noch Kapital aus einem Eckball, profitiert dabei aber auch von der Zögerlichkeit Timon Weiners. Die Hereingabe fliegt sehr nah vor den Kasten, Weiner zögert und Kilian kann aus kürzester Distanz einköpfen.



Im Stadion glaubten nun alle Anwesenden, dass die Partie damit entschieden war.

Doch diesmal war es an der KSV, eine schnelle Antwort zu finden. Pichler verkürzt umgehend auf 3:4.

In der Schlussminute wäre es dann beinahe passiert. Steven Skrzybski bekommt eine letzte gute Abschlussgelegenheit, zieht gegen Marvin Schwäbe aber den Kürzeren. Der Torhüter hält den Auswärtssieg für seine Mannschaft fest. 



Die Statistik nach Schlusspfiff:



HOLSTEIN KIEL -  1. FC KÖLN



Ballbesitz: 56% - 44%

Ballrückeroberungszeit: 9 s - 11 s

Schüsse: 12 - 10

Schüsse aufs Tor: 6 - 9

xGoals: 3,7 - 5,2

Pässe: 187 - 104

Passgenauigkeit: 88% - 86%

Zweikämpfe: 28 - 17

Davon gewonnene: 8 - 2

Fouls: 1 - 0

Abgefangene Bälle: 11 - 18

Abseitsstellungen: 0 - 0

Ecken: 4 - 1



Nach einer sehr kontrollierten ersten Halbzeit der Kieler entwickelte sich nach der Pause ein Spiel mit offenen Visieren beider Teams. 

Die xGoals-Werte dürfen ausnahmsweise mal weitestgehend vernachlässigt werden, da der Elfmeter und der Treffer zum 2:3 ins leere Tor den der Kölner logischerweise ordentlich in die Höhe getrieben haben. 

Über die gesamte Spieldauer betrachtet ist Holstein Kiel heute spielerisch die bessere Mannschaft gewesen, das Chancenverhältnis gestaltet sich am Ende aber sehr ausgeglichen.



Der Kölner Übungsleiter ließ nach dem Spiel im Interview verlauten, dass er ein Remis für das gerechtere Ergebnis hält.

Unterdessen legt makadad nach: "Ein Remis wäre mindestens drin gewesen. Mit etwas Fortune holen die Störche vielleicht sogar mehr."



Schlussendlich hilft aber aller Konjunktiv ja doch nichts. Die Kieler gehen wieder leer aus und es wird einmal mehr offenbart, warum Holstein Kiel unter makadad kein Topteam in der 2. Bundesliga ist: Sie sind einfach nicht abgezockt genug. 

Vier Topspiele, viermal schlägt die Effizienz des Gegners die eigene.



Herzlichen Glückwunsch an meinen fairen Trainerkollegen und weiterhin viel Erfolg!
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